Bonaire – Taucherparadies mit Sonderrechten

Tiefblauer Himmel, kristallklares Wasser, weißer pudriger Sand und dazu das satte Grün der Pflanzen: Bonaire, die zweitgrößte der ABC-Inseln ist ein Paradies für Taucher. Im Jahr 2007 erklärte das renommierte Forbes Magazine die Insel zum viertbesten Tauchgebiet weltweit.


Jährlich reisen rund 50.000 Touristen vor allem zum Schnorcheln und Tauchen auf die Karibikinsel. Das 28 Grad warme, sehr klare Wasser bietet Profis und Hobbytauchern gleichermaßen eine spektakuläre Sicht auf farbenfrohe Korallenriffe und zahlreiche exotische Fische.

Um die bunte Unterwasserwelt zu schützen, wurde 1971 der Bonaire Marine Park gegründet. 1997 erklärte ihn die Regierung zum Naturschutzgebiet. Obwohl einige Regeln eingeführt wurden, um die traumhaften Riffe zu erhalten, haben Taucher jederzeit die Möglichkeit frei und ohne gebuchte Führungen den Meeresgrund zu erkunden. Hinzu kommt, dass viele der beliebtesten Plätze zum Tauchen und Schnorcheln ohne Aufwand vom Ufer aus erreichbar sind.

Wer sich doch weiter hinaus wagen möchte, reserviert sich einen Platz auf einem der Tauchboote, die Touristen mehrmals am Tag zu besonders spektakulären Tauchplätzen hinausfahren. Dort erwarten die Gäste unter anderem alte Schiffwracks und riesige Steilwände. Und zwischen diesen unglaublichen Kulissen tummeln sich Fische in allen Farben des Regenbogens.

„Bonay“ ist der Name den die Arawak-Indianer Bonaire bei der ersten Besiedlung gaben. Zu Deutsch heißt es „tiefes Land“. 1499 erreichten dann die ersten Europäer die Insel. Die Spanier nahmen alle drei ABC-Inseln in ihren Besitz und gaben ihnen den Namen „Islas Inútile“, was zu Deutsch „Nutzlose Inseln“ bedeutet. Als nutzlos empfanden die Spanier Aruba, Bonaire und Curaçao weil sie dort weder etwas für sie Verwertbares fanden, noch die Inseln landwirtschaftlich nutzen konnten. Dabei ist gerade auf Bonaire die Natur nicht nur unter Wasser exotisch und  wunderschön anzusehen.

Man kann Bonaire landschaftlich in zwei Hälften unterteilen. Während der Norden hügelig und  dicht bewachsen ist, ist es im Süden eher trocken und es gibt viele natürliche Salzseeen. Leguane sowie Säulen- und Kandelaberkakteen findet der aufmerksame Tourist auf der ganzen Insel. Auch den Divi-Divi-Baum, für den sonst eher die Nachbarinsel Aruba bekannt ist, gibt es hier. Einen optischen Genuss bieten die zahlreichen Flamingos, die vor allem in dem zur Salzgewinnung genutzten Gebiet im Süden Bonaires ansässig sind. In der Brutzeit finden sich dort bis zu 10.000 Flamingos in dem für sie angelegten Reservat.


Die Gewinnung von Salz spielt für Bonaires Wirtschaft heute noch eine große Rolle. Für Touristen werden Ausflüge angeboten, um die Salzseen zu besuchen. Hütten erinnern dort an Generationen von Sklaven, die bis zum 19. Jahrhundert Salz für die Europäer abbauen mussten. Ein ungewöhnliches Erlebnis haben Touristen, die sich dafür entscheiden eine Nacht in einer der Sklavenhütten zu verbringen.

Bonaire ist seit kurzem nicht mehr Teil der Niederländischen Antillen. Die etwa 15.000 Einwohner der Karibikinsel haben sich dafür entschieden eine „holländische Stadt mit Sonderrechten” zu werden. Offiziell gehört die Insel somit zur Europäischen Union, doch merken Touristen das im Grunde kaum. Eine bevorzugte Behandlung am Flughafen genießen nur niederländische Gäste und auch bezahlt wird nicht etwa mit Euro, sondern seit 2011 mit US-Dollar.

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